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Konzept zur Leseförderung




Lesen ist eine elementare Notwendigkeit für jeden Menschen in der Bildungsgesell-schaft. Die Fähigkeit des Lesens unterstützt die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Lesen bedeutet nicht nur das reine Aufnehmen von Texten, Informationen und Nachrichten.
Lesen bedeutet darüber hinaus:

  • eine Basisqualifikation für das lebenslange Lernen
  • eine grundsätzliche Voraussetzung für den Wissenserwerb
  • die Befähigung zur kompetenten Nutzung der neuen Medien
  • Anregung der Fantasie
  • Schärfung des Urteilsvermögens
  • Hilfe bei der Auseinandersetzung mit persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Werten.

Das Lesen ist somit eine grundlegende Kulturtechnik und hat eine Schlüsselfunktion nicht nur in der Schule. Durch Lesen ist es möglich, sich Informationen anzueignen, die für die Bewältigung alltäglicher Aufgaben unabkömmlich sind. Deshalb ist es wichtig, das Lesen bereits frühzeitig zu fördern. Lesen hat aber zudem einen veränderten Stellenwert erhalten.
Schülerinnen und Schüler sind zunehmend einer Informationsflut ausgesetzt, in der Lesen immer stärker bedeutet:
  • Informationen aufnehmen
  • Informationen auswählen
  • Informationen verarbeiten

Insbesondere der Einsatz neuer Medien kann bei der systematischen Integration in die Leseförderung einen entscheidenden Beitrag leisten. Dabei geht es zudem auch darum, die Bedeutung des Lesens innerhalb des Zusammenhangs von Medientätigkeiten zu erfassen und die Leseerziehung als wichtigen Teil einer umfassenden Medienerziehung zu stärken.


1. Zielformulierung


Ziel der Leseförderung ist keine curricular definierte Leistung, kein Lernschritt mit operationalisiertem Endergebnis in einem durchgeplanten Lernprozess. Leseförde-rung meint vielmehr die Vermittlung von Stabilisierung einer kulturellen Praxis, die ihren Ort primär außerhalb der Schule hat, zu ihrem Aufbau aber der professionellen pädagogischen Unterstützung bedarf.
Ziele der Leseförderung:
  • Sicherung der Lesemotivation
  • Erweiterung der Lesekompetenz
  • Vermittlung und Wecken von Lesefreude
  • Orientierung im vielfältigen Angebot
  • Verknüpfung von Lese- und anderen Medienerfahrungen
  • Effektive Jungenleseförderung
  • Schwellenängste im Umgang mit Büchern reduzieren
  • Stärken des Selbstbewusstseins beim Lesen
  • Kennen lernen von verschiedenen literarischen Textformen


2. Inhalte und Organisationsstruktur


Die Handlungsfelder der Leseförderung sind nicht nur der Deutschunterricht, sondern auch der Unterricht in verschiedenen Fächern oder in fächerübergreifenden Projekten. Leseförderung zielt über den Unterricht hinaus auf Schulöffentlichkeit und die Öffnung von der Schule. In den Jahrgängen fünf und sechs stehen die Vermittlung und das Einüben von Lesestrategie im Vordergrund, die im weiteren Schulverlauf vertieft werden. Dazu gehören: Übungen zum systematischen Lesen
  • 5-Schritt-Lesemethode
  • Überschriften herausfinden
  • Fragen beantworten
  • Fragen zum Text entwickeln
  • Einen Text in Abschnitte gliedern
  • Abschnitte ordnen

Texte markieren und unterstreichen
  • Schlüsselbegriffe markieren
  • Markierungsregeln
(Vgl. Konzept „Lernen lernen und Klippert H: Methoden-Training )
Diese und weitere Methoden werden im Bereich „Lernen lernen“ erprobt und in nahezu allen Fächern weiter angewendet. In der Jahrgangsstufe sechs nehmen die Schülerinnen und Schüler am jährlichen Vorlesewettbewerb teil. Die Vorbereitung dieses Wettbewerbes findet unter der Leitung des jeweiligen Deutschlehrers statt. Dazu präsentieren die Schülerinnen und Schüler eine eigenständig ausgewählte Lektüre der Klasse und lesen einige Passagen vor.
Die eigenständige Buchauswahl und das Vorbereiten einer Textstelle fördern das aktive Auseinandersetzen mit der Lektüre und beim anschließenden Vorlesen in der Klasse stehen Leselust und Siegeshoffnung im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler üben sich im gegenseitigen Zuhören und bekommen einen Einblick in die Vielfalt der Kinder- und Jugendliteratur. Die eigene Schulbücherei fördert bei den Schülerinnen und Schüler die Freude am Lesen und bietet ihnen einen direkten Zugang zu Büchern. Die Lehrkräfte und einige Schülerinnen und Schüler führen während der Öffnungszeiten Aufsicht, schaffen neue Bücher an und verwalten den Bücherbestand. Im Deutschunterricht eines jeden Jahrganges wird eine Ganzschrift gelesen. Eine individuelle Auseinandersetzung kann durch das Anfertigen eines Lesetagebuches geschehen. Die Schülerinnen und Schüler können ab Jahrgangsstufe 8 am „Zeitungsprojekt“ teilnehmen. Auch die Tageszeitung kann als Medium zur Leseförderung eingesetzt werden, zumal gerade Gebrauchstexte - mehr als literarische Sprachdokumente - das tatsächliche Lesegut der Jugendlichen darstellt. Gerade in der Beschäftigung mit der Zeitung liegt die Chance, dem Schüler eine breite Palette an Themen anzubieten verbunden mit der Möglichkeit, Texte selbst auszuwählen. Die Zeitung kann sowohl als Unterrichtsmaterial zur Steigerung der Lesekompetenz herangezogen werden und zugleich Lesemotivation wecken.


3. Materialien


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): Förderung von Lesekompetenz – Expertise. Berlin 2007.
Medienberatung NRW (Hrsg.): Auf dem Weg zum Leseförderkonzept. Düsseldorf 2007.
Bertelsmannstiftung (Hrsg.): Lesen fördern in der Welt von morgen. Gütersloh 2000.
Bertelsmannstiftung (Hrsg.): Mehr als ein Buch. Leseförderung in der Sekundarstufe I. Gütersloh 1996.
Bertelsmannstiftung (Hrsg.): Lesen in der Schule. Perspektiven der schulischen Leseförderung. Gütersloh 1995.


4. Nachhaltigkeit


Eine Erziehung zum lebenslangen Leser kann nur gelingen, wenn alle am Erzie-hungsprozess beteiligten zusammenarbeiten. Der Grundstein einer positiven Einstellung zum Lesen wird in der Familie gelegt. Die Schule kann dann auf dieser positiven Grundeinstellung aufbauen und mit ihren weiterführenden Zielen ansetzen. Denkbar wäre zudem eine systematische und schülerorientierte Kooperation von Bibliotheken und Schule um mehr Schülerinnen und Schüler für das Lesen zu gewinnen. Zudem könnte das Ausrichten einer Lesenacht sowie die Bereitstellung des OnlineAngebots „Antolin“ in der Schülerbücherei langfristig zum Lesen motivieren.


5. Evaluation


  • Schülerbefragung zum Leseverhalten
  • Ergebnisse zum Leseverstehen aus Lernstand, VERA 8 und Abschlussprüfung Kl. 10