Theodor-Heuss-Realschule
Berufswahlvorbereitung

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Berufswahllogo

3. Berufsorientierende Maßnahmen in den einzelnen Jahrgangsstufen




Der differenzierte und individualisierte Berufswahlorientierungsprozess der Theodor-Heuss-Realschule wird unterstützt durch konkrete Projekte, die sowohl mit unseren Kooperationspartnern, den Firmen Kostal und Phoenix, als auch mit weiteren außerschulischen Partnern durchgeführt werden. Zu Beginn der Jahrgangsstufe 5 steht das in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Lüdenscheid an einem außerschulischen Lernort durchgeführte Projekt „Gemeinsam sind wir stark“, bei dem es um den Übergang in die weiterführende Schule, das Einfinden in die neue Klassengemeinschaft, das Hervorheben sowohl der individuellen Stärken als auch der Stärken der neuen Klasse geht.

Zu Beginn des 7. Schuljahres schnuppern alle Schülerinnen und Schüler an einem Ehrenamtstag in lokalen Unternehmen oder sozialen Einrichtungen in das Berufsleben und sammeln in kleinen Gruppen erste Erfahrungen in einem von ihnen zuvor gewählten Bereich. In dieser Jahrgangsstufe nehmen zudem alle Schülerinnen und Schüler mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern an dem außerschulischen Projekt „Komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“ teil. Dabei handelt es sich um ein Projekt zur Stärkenentdeckung, Berufswahlorientierung und Lebensplanung für Jugendliche und deren Eltern. Anhand eines Erlebnisparcours erhalten die Jugendlichen ein Profil ihrer Stärken, erhalten erste Orientierungshilfen für Praktika und erfahren, welche realisierbaren Möglich-keiten auf sie warten. Der Schwerpunkt liegt demnach auf dem Erkennen von individuellen Potenzialen und nicht auf eventuellen Defiziten. Das in Kooperation mit dem Berufskolleg für Technik durchgeführte Projekt „Stationen der Technik“ betont den genderuntypischen Aspekt. In der Jahrgangstufe 8 wird in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Lüdenscheid das Projekt „Was kostet das Leben“ durchgeführt. Es thematisiert die Lebensplanung und damit verbunden die beruflichen Vorstellungen der Jugendlichen und hinterfragt bzw. bestätigt diese angesichts der Lebenswelt. Am Ende dieser Jahrgangstufe findet das dreitägige Projekt „Coachingtage“ statt. Je nach ihren / seinen Interessen und Stärken entscheidet sich jede Schülerin / jeder Schüler für ein Projekt, z.B. Netzwerk Coaches, Streitschlichter, Sanitäter, Atrium Coaches, Musik-AG, Sporthelfer, an dem sie / er in diesen drei Tagen intensiv arbeitet und in dem sie / er durch eine speziell ausgebildete Lehrkraft bzw. durch Vertreter von Kooperationspartnern, wie z.B. das Rote Kreuz, geschult wird. Die Coachingtage dienen sowohl dem Erwerb bzw. der Vertiefung von fachlichen Kompetenzen als auch der Verstärkung, der für das spätere Berufsleben so wichtigen sozialen Kompetenzen, wie z.B. Teamfähigkeit. In der Regel verfolgen die Schülerinnen und Schüler dieses gewählte Projekt in den folgenden Schuljahren selbstständig weiter, indem sie im gewählten Bereich zu Gunsten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler, und auch zu Gunsten der eigenen Kompetenzerweiterung sowie der Schulatmosphäre tätig werden. Die jeweils zuständige Lehrkraft steht weiterhin unterstützend zur Seite.

Im Rahmen des neuen Übergangssystems „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (kurz: KAoA) – die THR ist hier seit dem Schuljahr 2012 / 2013 Pilotschule der Region - unterziehen sich die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 8 im 1. Halbjahr einer Potenzialanalyse zur Ermittlung ihrer beruflichen Stärken. Beratungsgespräche mit den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern runden diese Potenzialanalyse ab und bereiten die Schülerinnen und Schüler auf eine gezielte Auswahl ihrer im 2. Halbjahr stattfindenden Berufsfelderkundungstage vor. Diese finden in drei unterschiedlichen Berufsfeldern statt und sind der erste verpflichtende konkrete Eintritt in die berufliche Praxis. Im Politikunterricht werden diese ersten berufspraktischen Erfahrungen vor- und nachbereitet. In dieser Jahrgangsstufe wird ebenso verpflichtend ein Berufswahlportfolio, das Job-Navi MK, eingeführt. Es strukturiert und bündelt von diesem Zeitpunkt an alle berufswahl-orientierenden Aktivitäten und Dokumente der Schülerinnen und Schüler.

In der Jahrgangsstufe 8 wird in Kooperation mit der Firma Kostal ein Projekt zum Thema „Löten“ sowohl in der Schule als auch in den Ausbildungswerkstätten des Unternehmens für den Wahlpflichtkurs Physik durchgeführt. Die Ausbildungsleiter geben, unterstützt von Auszubildenden, zunächst in der Schule eine theoretische und praktische Einführung in die Löttechnik, die im weiteren Unterricht vertieft wird. Alsdann stellt jede Jugendliche / jeder Jugendliche in der Ausbildungswerkstatt eine astabile Kippschaltung her, deren Funktion ebenfalls im Unterricht erarbeitet wurde. Ab dem Schuljahr 2015 / 2016 wurde diese Kooperation um ein Modul im Bereich Informatik erweitert. In diesem Modul wird von den Schülerinnen und Schülern des Informatikkureses, nach der Vorbereitung im Unterricht, im Unternehmen eine Wetterstation, betrieben mit einem Raspberry Pi2, hergestellt und in Betrieb genommen. Im Rahmen der Berufsfeld-erkundungstage bieten die Firmen Kostal und Phoenix unseren Schülerinnen und Schülern eintägige Projekte im kaufmännischen, elektronischen, mechanischen und verfahrenstechnischen Bereich an. Die Firma Kostal bietet zudem Plätze für dreitägige Kurzpraktika in den oben erwähnten Bereichen für die Jugendlichen der Jahrgangsstufe 9 an. Allen Schülerinnen und Schülern dieser Jahrgangsstufe wird die Möglichkeit zu einer Betriebsbesichtigung geboten, die von den Ausbildungsleitern durchgeführt wird. Hierbei erhalten die Klassen wichtige Tipps aus der Praxis zum Bewerbungsverfahren, aber auch zu den Anforderungen und zum Ablauf einer Ausbildung.

Im Sinne der Förderung von Stärken nehmen jährlich 20 ausgewählte Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 9 an einem eintägigen Mathematikprojekt bei dem Kooperationspartner Phoenix teil. In diesem Projekt wird aufgezeigt, wie die im schulischen Mathematikunterricht erworbenen Kompetenzen konkret in betriebliche und produktionsorientierte mathematische Vorgänge umgesetzt werden. Interessierten Schülerinnen und Schülern des 9. Jahrgangs wird auch die Möglichkeit zum Besuch des Metallmobils des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie geboten. Besonders die praxisorientierten Module sind bei dieser Veranstaltung für die Jugendlichen reizvoll.

Die Jugendlichen der Jahrgangsstufe 9 nehmen ebenso an einem Seminar zum Bewerbungstraining bei der AOK teil. Interessierte Jugendliche können zudem an einem in Richtung Assessment-Center vertiefenden Training bei der Sparkasse teilnehmen. Die Besuche im BIZ durch den Jahrgang 9, begleitet durch die Politiklehrerinnen und Politiklehrer und moderiert durch den Berufsberater sind ebenfalls ein Standardelement der Berufswahlorientierung der THR. Alljährlich besuchen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 die im September stattfindende Lüdenscheider Ausbildungsmesse. Der Jahrgang 9 besucht sie, begleitet durch die Politiklehrerinnen und Politiklehrer im Vormittagsbereich, der Jahrgang 10 am Nachmittag. Hier hat sich im Verlauf der Jahre gezeigt, dass nach entsprechender Vorbereitung im Unterricht, diese Messe immer mehr zur Akquisition von Praktikumsplätzen und Ausbildungsstellen genutzt wird. Die jeweils im Herbst stattfindende Berufsorientierungsbörse stellt eine Ausbildungsmesse im Kleinen speziell für die Schülerinnen und Schüler der THR dar. Zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen der Region sowie weiterführende Schulen stellen den Jugendlichen an einem Vormittag ihre Ausbildungsmöglichkeiten und deren Anforderungen vor, geben Tipps für Bewerbungsverfahren und bieten ggf. Praktikums-, Ausbildungs- und Hospitationsmöglichkeiten an.

Im Mittelpunkt der Berufswahlorientierung der Jahrgangsstufe 9 steht das im 2. Halbjahr stattfindende Schülerbetriebspraktikum. Nach einer zuvor erfolgten Beratung durch die Klassenlehrerinnen und -lehrer müssen sich alle Jugendlichen bis zum Ende des 1. Halbjahres selbstständig einen für sie geeigneten Praktikumsplatz besorgt haben. Sollten hierbei Schwierigkeiten bestehen, werden sie von Seiten der Schule durch die Berufswahlkoordinatorin bei der Auswahl eines geeigneten Praktikumsplatzes unterstützt. Im Politikunterricht werden die in Form einer Praktikumsmappe zusammengestellten Fragen- und Aufgabenkomplexe für das Praktikum erarbeitet und erläutert. Während des Praktikums werden die Schülerinnen und Schüler durch Lehrkräfte der THR betreut. Auch nach dem erfolgten Praktikum ist der Politikunterricht für eine gründliche Nachbereitung des Praktikums u.a. mit Hilfe der ausgefüllten Praktikumsmappen zuständig. Nach dem Praktikum finden individuelle Beratungsgespräche statt, die in eine erste Anschlussvereinbarung für die weitere berufliche Orientierung, sei es in Richtung einer Ausbildung oder eines weiteren Schulbesuchs münden.

Die Jahrgangsstufe 10 ist hauptsächlich geprägt durch individuelle Beratungen zum geplanten Anschluss und diesbezügliche Informationsveranstaltungen. Für die Eltern und Schülerinnen und Schüler wird zu Beginn des Schuljahres in Zusammenarbeit mit dem Berufsberater der Bundesagentur für Arbeit, einem Vertreter eines örtlichen Berufskollegs sowie Vertretern der örtlichen Gesamtschule eine Informationsveranstaltung „Wege und Chancen mit der Fachoberschulreife“ angeboten. Zudem werden die Schülerinnen und Schüler im Laufe des 1. Halbjahres von Vertretern der drei ortsansässigen Berufskollegs (nach Schwerpunktbereichen differenziert) informiert und beraten. Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 wird ebenso durch einen externen Experten eine Rechtskunde AG angeboten, die nach der theoretischen Erarbeitung rechtskundlicher Aspekte in der Schule auch Besuche bei Gericht vorsieht.

Grundsätzlich werden die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen ausdrücklich dazu ermutigt am „Girls‘ and Boys‘ Day“ teilzunehmen. Eine ständig wachsende Anzahl macht von diesem Angebot Gebrauch.

Im Dezember 2014 wurde das umfassende und auf individueller Beratung der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Eltern basierende Berufswahlorientierungskonzept der Theodor-Heuss-Realschule mit dem Gütesiegel „berufswahlorientierte Schule“ der Agentur Mark ausgezeichnet.